Reden statt Gewalt: Verbale Deeskalationsstrategien
Spannungsgeladene Situationen entstehen schnell: Ein falscher Blick, eine zweideutige Geste und schon kribbelt es in den Fingern. Die Lust, dem scheinbaren Gegner ein paar ordentliche Hiebe zu verpassen, wird unwiderstehlich. Zeit, sich daran zu erinnern, dass es verbale Deeskalationsstrategien gibt, mit denen man eine Schlägerei vermeiden kann. Dies sollte man in jedem Fall versuchen, denn einem möglichen »Sieg« steht immer das Risiko eines längeren Krankenhausaufenthalts gegenüber. Ob die Sache das wert ist?

Verbale Konfliktlösung – Einige Tipps

* Wer Konflikte mit Worten regeln möchte, der muss auch über Worte verfügen. Bewegt man sich häufig in spannungsgeladener Gesellschaft, sollte man sich schon im Vorfeld einige passende Formulierungen zurechtlegen.
Unter Erwachsenen sollte man hierzu immer die Sie-Form wählen. Sie schafft eine gesunde Distanz, die Schwelle zur Gewaltanwendung wird höher.

* Ist ein aggressiver Angreifer sichtlich angetrunken oder berauscht, sollte man auf eine Auseinandersetzung verzichten und sich aus der Situation herausziehen. Ein verbindliches »Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!«, vorgetragen in ruhigem Ton, kann die Situation entschärfen.

* Verbale und nonverbale Signale sollten im Einklang stehen: Deeskalierende Worte bringen wenig, wenn sie durch aggressive Gesten begleitet werden, denn im Zweifelsfall sind die nonverbalen Signale stärker.

* Man sollte grundsätzlich darauf verzichten, mit gleicher Münze heimzuzahlen. Beleidigung und Gegenbeleidigung, immer im Wechsel, sind ein sicherer Weg in die Eskalation. Eine Beleidigung unkommentiert stehen lassen zu können, das zeugt von ungleich größerer Stärke.

* Vorwürfe sind nie der Weg zum Ziel. Statt: »Dein blödes Getue ist einfach unterirdisch, Du dumme Sau!« führt eine Feststellung wie: »Ich fühle mich durch Ihre Handlungsweise beleidigt« eher zur Lösung des Konflikts.

* Immer ein gutes Mittel: Zuhören. Wird man gerade wüst beschimpft, so sollte man sich fragen, was die eigentliche Aussage des Aggressors ist. Meist erkennt man, dass er ein wütendes Kleinkind ist, das nie gelernt hat, sein Unbehagen ohne Beleidigungen auszudrücken. Tief durchatmen und einfach weggehen.

 


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